By Published On: 14/08/2025Categories: ,

Modul 1 BEW – Machbarkeitsstudien und Transformationspläne

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) werden in Modul 1 die Erstellung von Machbarkeitsstudien (MBS) und Transformationsplänen (Trafoplan) gefördert. Diese bilden die zentrale Grundlage für die technische und wirtschaftliche Bewertung von Wärmenetzen sowie deren Transformationspfad zur Treibhausgasneutralität bis 2045. Gleichzeitig umfasst das Modul Planungsleistungen angelehnt an die HOAI-Leistungsphasen 2 bis 4, ergänzt um Voruntersuchungen entsprechend Leistungsphase 1.

  • Förderung umfasst MBS bzw. Transformationsplan inkl. Planung (LPh 1–4)
  • Nachweis der technischen und wirtschaftlichen Umsetzbarkeit
  • Entwicklung eines Transformationspfads bis 2045
  • Voraussetzung für weitere Fördermodule und Umsetzung

Ziel des Moduls

Ziel von Modul 1 ist es, ein belastbares, förderfähiges und umsetzbares Gesamtkonzept für Wärmenetze zu entwickeln. Dabei werden sowohl bestehende Netze transformiert als auch Neubauprojekte systematisch geplant und bewertet.

  • Entwicklung eines ganzheitlichen Wärmenetzkonzepts
  • Sicherstellung der BEW-Förderfähigkeit
  • Vorbereitung von Investitionsentscheidungen
  • Grundlage für Umsetzung und Betrieb

Verfahren & Förderlogik

Die Förderung folgt klar definierten Rahmenbedingungen, die insbesondere die Einmaligkeit der Förderung, die Ganzheitlichkeit der Betrachtung sowie die Abgrenzung förderfähiger Leistungen betreffen. Eine strukturierte Vorgehensweise ist entscheidend, um die Förderfähigkeit sicherzustellen.

  • nur einmalige Förderung pro Wärmenetz (inkl. Erweiterungen)
  • ganzheitliche Betrachtung des gesamten Systems erforderlich
  • stufenweise Beantragung für LPh 2–4 möglich
  • klare Trennung nicht förderfähiger Leistungen notwendig
  • Maßnahmenpakete können separat geplant und beantragt werden

Hier die Details:

  • IST-Analyse

    Die IST-Analyse bildet die Grundlage der Studie und beschreibt den aktuellen Zustand des Untersuchungsgebiets sowie des bestehenden Wärmenetzes. Sie dient als Ausgangspunkt für alle weiteren Planungen und Bewertungen.

    • Darstellung des Untersuchungsgebiets (inkl. Kartierung)
    • Gebäude- und Nutzungsstruktur (Wohnen, GHD, Industrie)
    • Wärmebedarf und Temperaturniveaus
    • Bestehende Wärmeversorgung
    • Netzstruktur und technische Parameter
    • Übergabestationen und Infrastruktur
  • Potenzialanalyse erneuerbarer Energien & Abwärme

    Im Rahmen der Potenzialanalyse werden alle verfügbaren und potenziellen Wärmequellen identifiziert, bewertet und hinsichtlich ihrer technischen und wirtschaftlichen Nutzbarkeit untersucht.

    • Solarthermie (Freiflächen, Dächer, Deponien)
    • Geothermie (inkl. Risiko- und Standortanalyse)
    • Umweltwärme (z. B. Wasser, Luft, Boden)
    • Industrielle Abwärme (inkl. Prozessanalyse)
    • Biomasse (inkl. Verfügbarkeit und Logistik)
    • Bewertung von Standorten, Verfügbarkeit und Genehmigungsfähigkeit
  • SOLL-Analyse & Zielbild

    Die SOLL-Analyse beschreibt das zukünftige Wärmenetz und dessen Entwicklung hin zur Klimaneutralität. Sie stellt das zentrale Zielbild dar und definiert konkrete Maßnahmen zur Transformation.

    • Entwicklung eines klimaneutralen Wärmenetzes
    • Integration erneuerbarer Energien und Abwärme
    • Maßnahmenpakete in Zeitabschnitten (z. B. 4 Jahre)
    • Vergleich IST vs. SOLL (CO₂ und Primärenergie)
    • Einbindung aller Netzkomponenten bis zum Endkunden
  • Wirtschaftlichkeit & Finanzierung

    Die wirtschaftliche Bewertung ist ein zentraler Bestandteil der Studie und dient der Absicherung der Investition sowie der Förderfähigkeit. Dabei werden sowohl Kosten als auch Erlöse langfristig betrachtet.

    • Investitionskosten (CAPEX)
    • Betriebs- und Verbrauchskosten (OPEX)
    • Wirtschaftlichkeitsanalyse (z. B. über 30 Jahre)
    • Finanzierungsstruktur und Fördermittelintegration
    • Risikoanalyse und Sensitivitäten
  • Zeit- und Ressourcenplanung

    Die Planung des zeitlichen Ablaufs und der benötigten Ressourcen stellt sicher, dass das Projekt realistisch umgesetzt werden kann. Dabei werden alle Projektphasen strukturiert dargestellt.

    • Zeitplan für Planung, Ausschreibung und Bau
    • Definition von Meilensteinen
    • Ressourcenplanung (Personal und Budget)
    • Strukturierung in Maßnahmenpakete bei längeren Projekten
  • Transformationspfad bis 2045

    Der Transformationspfad beschreibt die schrittweise Entwicklung des Wärmenetzes hin zur vollständigen Treibhausgasneutralität. Dabei werden klare Zwischenziele definiert.

    • Meilensteine für 2030, 2035, 2040 und 2045
    • Entwicklung des Anteils erneuerbarer Energien und Abwärme
    • Nachweis der vollständigen Klimaneutralität bis 2045
  • Bürgerbeteiligung & Akzeptanz

    Die Einbindung von Bürgern und Stakeholdern ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Wärmenetzprojekte. Daher werden Maßnahmen zur Kommunikation und Akzeptanzbildung frühzeitig integriert.

    • Maßnahmen zur Bürgerinformation und Beteiligung
    • Kommunikationsstrategien
    • Dokumentation von Ergebnissen und Erkenntnissen
  • Planungsleistungen (HOAI LPh 2–4)

    Neben der konzeptionellen Arbeit umfasst Modul 1 auch vertiefte technische Planungen, die eine konkrete Umsetzung des Wärmenetzes ermöglichen.

    • Auslegung der Wärmeerzeuger (z. B. Wärmepumpen, KWK, Biomasse)
    • Netzplanung inkl. Druck- und Temperaturberechnungen
    • Planung von Wärmespeichern
    • Auslegung von Übergabestationen
    • MSR-Technik und Digitalisierung
    • Genehmigungsplanung
    • Detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung

Gesetzliche Anforderungen und Rahmenbedingungen

  • Wärmeplanungsgesetz (WPG) – seit 2024

    • Verpflichtet Kommunen, bis spätestens 2028 (bei kleinen Kommunen bis 2030) eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen.
    • Inhalte: Bestandsanalyse, Potenzialanalyse, Zielszenario, Transformationspfad, Maßnahmenplan.
    • Fördermittel: Bund unterstützt über die Kommunalrichtlinie und Länderprogramme.
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG)

    • ab 2024: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden, sofern ein kommunaler Wärmeplan vorliegt

    • schafft Marktdruck für Nah- und Fernwärmenetze als Versorgungslösung

  • Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW)

    • fördert Neu- und Ausbau von Wärmenetzen, die zu mind. 75 % mit erneuerbarer Wärme gespeist werden
    • Förderquote bis zu 40 % der Investitionskosten
  • Klimaschutzgesetz (KSG)

    • Sektorenziele für Wärme & Gebäude – Kommunen tragen Verantwortung zur Umsetzung vor Ort

EXAVY Leistungen

  • EXAVY begleitet den gesamten Prozess von der Analyse bis zur umsetzungsreifen Planung und verbindet dabei technische, wirtschaftliche und regulatorische Anforderungen zu einem integrierten Projektansatz.

  • Entwicklung von Machbarkeitsstudien und Transformationsplänen – mit EXAVY und seinem Partnerpool alles aus einer Hand

  • fachlich fundierte Wärme- und Infrastrukturanalyse – EXAVY erfasst den Ist-Zustand detailliert, bewertet Potenziale erneuerbarer Wärmequellen und erstellt belastbare CO₂-Bilanzen als Grundlage des Transformationsplans

  • rechtssichere und förderfähige Konzeption und Planung: – Integration aller relevanten gesetzlichen Anforderungen (WPG, GEG, BEW) und Ausrichtung der Planung auf maximale Förderquote
  • Wirtschaftlichkeits- und Finanzierungsmodelle aus einer Hand – Erstellung von LCOH-Berechnungen, Szenarienvergleichen und passgenauen PPP-Finanzierungsstrukturen inklusive Fördermittelintegration

  • strategische Umsetzungsvorbereitung durchHOAI-konforme Planung (LPh 1–4), umsetzungs- und betriebsorientiert geplant

  • Ergebnisorientierung – am Ende steht ein vollständig ausgearbeitetes, förderfähiges und umsetzbares Wärmenetzprojekt, das sowohl technisch als auch wirtschaftlich abgesichert ist.